55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, 21.–24. März 2017

Sehr geehrte Mitglieder,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

vom 21. – 24. März 2017 fand die 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie im Rahmen des 134. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie im ICM München statt. Das Thema des Kongresses „Verantwortung, Vertrauen und Sicherheit“ begleitete uns durch diese Woche. Partnerland waren die Niederlande. Im Rahmen der Mitgliederversammlung während des Kongresses wurde Prof. Dr. Dick Tibboel, Univ.-Prof. für Pädiatrie der Erasmus-Universität in Rotterdam (NL), Direktor der Kinderintensivstation und Leiter der Forschungsabteilung des Sophia Kinderkrankenhauses, zum neuen Ehrenmitglied unserer Gesellschaft ernannt. Prof. Marc Wijnen wurde eingeladen, zur Zentralisierung der Neugeborenenchirurgie in den Niederlanden zu referieren, und Prof. Horst Scharbatke berichtete über die postnatale Therape bei Zwerchfellhernien in den Niederlanden.

Das Organisationsteam bedankt sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die uns aktiv unterstützt haben. Unser besonderer Dank geht an die Reviewer, die Vorsitzenden, die Mitgliedern, die Poster und Vorträge vorbereitet haben, sowie die aktiven Zuhörer, die mit einer reichen Diskussion zum Gelingen des Kongresses beigetragen haben. Es nahmen genau 150 Mitglieder der DGKCH an der Jahrestagung teil. 

Vor dem Vortragsprogramm begann der Kongress am Dienstag mit den beiden Workshops „Minimalinvasive Kinderchirurgie – wie ich es mache“ und „Die verletzte Kinderhand – klinische Untersuchung und Basistechniken der Handchirurgie“, die Herr Dr. Richter aus Bonn durchführte, die sehr gut besucht waren und sehr viel positives Echo erhielten. Der Workshop „Erfolgreiche Arzt-Patientengespräche“, der am Mittwoch angeboten wurde, erhielt sehr gute Beurteilungen, wurde aber leider nicht sehr stark in Anspruch genommen. 

Zum Thema Verantwortung erfolgte die Auftaktveranstaltung: Versorgungslandschaften in der Kinderchirurgie. Das Problem der Zentralisierung und Mindestmengen wurde intensiv diskutiert. Prof. Mark Wijnen aus Utrecht stellte uns das niederländische Modell der Zentralisierung vor, Prof. Rolle konnte anhand von Krankenhausdaten die Versorgungssituation der Neugeborenen in Deutschland darstellen zusätzlich wurde mit Vertretern der GKV und privaten Krankenversicherungen deren Sichtweise zur Strukturierung der Neugeborenenmedizin in Deutschland sehr rege diskutiert.  

Das „pränatale und postnatale Management  von Kindern mit Zwerchfellhernien“ wurde mit zwei hervorragenden Übersichtsvorträgen durch Lucas Wessel und Horst Scharbatke präsentiert. Hier wurde erneut auf die Notwendigkeit der Zentralisierung in der Versorgung eingegangen.

Interdisziplinäre Sitzungen mit der DGPRÄG zur Verbrennungsmedizin und DGN zum Thema Hydrozephalus betonte die wichtige Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gesellschaften und zeigte die hohe fachliche Kompetenz. Der Gero-Wesener-Preis des BNKD ging an Frau Katharina Schriek für den Vortrag „Brustentwicklung und –korrekturbedarf in der Pubertät nach Latzverbrühungen im Kindesalter“.

Das Thema der Transition wurde interdisziplinär mit wichtigen Beiträgen  thematisiert. Die Sitzung der Jung-Kinderchirurgen zum Thema „Weiterbildung, Veränderung, Probleme, neue Modelle“ zeigte zum einen die derzeitige Ausbildungssituation in Deutschland, aber auch im Vergleich die Situation in Nordamerika. Der Wegfall von klassischen Ausbildungsoperationen wie der Pyeloplastik  und Lernmethoden  für die Laparoskopie wurden diskutiert, aber auch neue Arbeitsmodelle wie Teilzeit und Arbeit in der Schwangerschaft in Deutschland wurden gezeigt. Hier bestehen zwischen den einzelnen Abteilungen und Kliniken große Unterschiede und Vieles wird unterschiedlich bewertet.

Besonders interessant war die Sitzung Kinderchirurgische Forschung. Der Preis der DGKCH für den besten Vortrag erhielt Dr. Omid Madadi-Sanjani aus Hannover (MHH) mit dem Titel: „Zytokin-Profil der Leber korreliert nicht mit der Prognose der Gallengangsatresie“.

Die Abschlusssitzung „Der besondere Fall und die kinderchirurgische Versorgung von Migranten“ zeigte uns, dass durch sprachliche Probleme aber auch kulturelle Unterschiede sehr viel Zeit und Engagement benötigt wird, damit erfolgreiche Behandlungen möglich werden. Dies zeigte zum Abschluss nochmals, wie wichtig Verantwortung, Vertrauen und Sicherheit auch in diesem Bereich sind.  

Einladen möchten wir alle Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich zu unserer Herbsttagung vom 20.9.-23.09.2017 in Köln und wünschen uns eine aktive Teilnahme und Mitgestaltung von Euch! 

Barbara  Ludwikowski, Kongresspräsidentin der DGKCH

Mechtild Sinnig und Manfred Jablonski, Kongressekretäre der DGKCH