Pflegereform ignoriert Kinder
Kinderchirurgen fordern Erhalt der Kinderkrankenpflege

Berlin, Dezember 2015 - Die Bundesregierung plant, ab 2016 die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in einer generalisierten Ausbildung zusammenzulegen. Eltern, Ärzte und Pflegende wollen den Beruf „Kinderkrankenpflege" jedoch erhalten. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) fordert im Interesse ihrer kleinen Patienten das Weiterführen dieser speziellen Qualifikation.

Eine Generalisierung der Pflege ignoriert die besondere und verletzliche Situation des kranken Kindes: „Schwer kranke oder chronisch kranke Kinder werden die Verlierer einer Reform sein, die in erster Linie den Personalmangel in der Altenpflege bewältigen will", kritisiert Professor Dr. med. Bernd Tillig, Präsident der DGKCH, die Pläne der Bundesregierung, die Ausbildung zum „Gesundheits- und KinderkrankenpflegerIn" künftig abzuschaffen.

Gemeinsam haben Verbände und Organisationen der Eltern-Selbsthilfe und der Kinder- und Jugendmedizin einen Aufruf verfasst, der die Interessen des kranken Kindes ins Zentrum rückt. Alle befürchten einen deutlichen Qualitätsverlust, sollten die Reformpläne tatsächlich umgesetzt werden.

„Kinderkrankenpflegerinnen und-pfleger sind in der Kinderchirurgie unverzichtbar", betont Tillig. „Ob zarte Frühgeborene, schwer kranke Säuglinge mit komplexen Fehlbildungen, ein verunfalltes Kleinkind oder pubertierende Jugendliche, die operiert werden müssen - ohne die über mehrere Jahre fachspezifisch geschulten Kinderkrankenpflegerinnen und-pfleger verliert das kranke Kind immens wichtige Partner für seine Genesung und Betreuung", sagt Tillig. Die Erfolge der Kinderchirurgie seien nur in fachübergreifenden Teams möglich.

Die Unterzeichner des Aufrufs zum Erhalt der Kinderkrankenpflege in Deutschland werden sich weiterhin bei Politikern auf Landes- und auf Bundesebene intensiv dafür einsetzen, bei den Gesetzes- und Reformplänen im Gesundheitsbereich die spezifischen Bedürfnisse von Kindern im Krankenhaus entsprechend zu berücksichtigen. Die Pläne zur Pflegeausbildungs-Reform sind stillschweigend über etwas Grundlegenden hinweggegangen: „Das Recht auf fachgerechte und qualitativ hochwertige Betreuung im Krankheitsfall gilt auch für Kinder und ist nicht verhandelbar", stellt Tillig fest.


Weitere Information:

Positionspapier der Verbände und Organisationen der Eltern-Selbsthilfe und der Kinder- und Jugendmedizin

Kranke Kinder im Abseits: Hauptsache „irgendwie" pflegen? – Kinderkrankenpflege soll abgeschafft werden

 


Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie

Gegründet im Jahr 1963, schafft die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) bis heute Grundlagen für eine bestmögliche kinderchirurgische Versorgung in Deutschland. Dazu gehören Neugeborenenchirurgie, allgemeine Kinderchirurgie und Kindertraumatologie ebenso wie Kinderurologie. Die DGKCH vertritt das Fach in allen wissenschaftlichen, fachlichen und beruflichen Belangen. Derzeit praktizieren hierzulande Fachärzte für Kinderchirurgie in mehr als 80 kinderchirurgischen Kliniken, Abteilungen und als Niedergelassene. Kinderchirurgie gehört in die Hände von Kinderchirurgen. Denn ihre Patienten sind keine kleinen Erwachsenen.

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